Evangelische Christuskirche, Titisee-Neustadt

Ausgangspunkt des Projektes war das „Gesundschrumpfen“ der Räumlichkeiten der Kirchengemeinde und der nachhaltigen Finanzierbarkeit des Gebäudebestandes. Für die Finanzierung dieser Umbaumaßnahme wurde sowohl das Pfarrhaus mit Grundstück als auch im Teilverkauf das Grundstück des Gemeindehauses inklusive seines Gebäudes verkauft. Das alte Gemeindehaus wurde in diesem Zuge rückgebaut, da die Gemeinderäume in das Kirchengebäude ziehen sollten. Der Bestand des Kirchengebäudes wurde in seiner Substanz erhalten, um Maßnahmen im Rückbau weitestgehend zu vermeiden.
Kategorie:
Sakralbau
Fertigstellung:
2018, LPH 1-9
Ort:
Titisee-Neustadt, Baden-Württemberg
Fotografie:
Werner Huthmacher klinkenberg | architektur




Inhalt dieses gewonnenen Wettbewerbes war das Thema „Weiterbauen“: Weiterführen der vorhandenen Struktur, sowohl in ihrer Gebäudekubatur als auch in ihrer inneren Ordnung. Aufgabe war es, die Gemeinderäume in das Kirchengebäude zu integrieren und die eigentliche sakrale Nutzung weiterhin zu ermöglichen.



Eine neueingezogene Holzdecke hebt den Sakralraum in der Form an, dass dessen Orientierung und Grundrissabmessung in ihrer Ausrichtung erhalten bleiben. Außerdem ermöglicht sie den Einzug von Gemeinderaum mit Verwaltung und andienenden Räumen im Erdgeschoss. Durch die mittige Erschließung der Treppe zur oberen Ebene erfährt man den Raum gesamt aus einer Bewegung von unten nach oben. In Verbindung mit der Größe des Bestandraumes ergibt sich hier eine sehr individuelle Stimmung im Gefüge.













Als durchgreifende Wangen schieben sich die beiden neuen inneren Wandscheiben im Erdgeschoss des Gebäudes in das Foyer zum Eingang und führen gleichzeitig in die Tiefe bis zum Gemeindesaal. An deren Außenseiten lagern sich Verwaltung und andienende Funktionen an. In ihrer Materialität sind die Wangen in Anlehnung an die Fassade kontinuierlich als Weißtannenschalung geführt.

Die gesamte Umbaumaßnahme ist ausschließlich aus heimischem Holz ausgeführt und verleiht den neuen Räumen ein helles, warmes und freundliches Ambiente.Die regionale Handwerkskultur ließ eine versierte Fertigung mit dem lokalen Werkstoff Weißtanne in vielfältiger Form zu. So sind die Oberflächen aller Neubauteile inklusive der Prinzipalien in Holz ausgeführt. Besondere Aufmerksamkeit kam hier der Oberflächenbeschichtung der jeweiligen Anforderungen zu; die Böden wurden geseift, die Schränke geölt und die Wandflächen unbehandelt bzw. gehobelt gehalten. Somit konnte eine sehr selbstverständliche Haptik dieser Oberflächen erreicht werden.


Im neuen Kopfbau des Gebäudes befindet sich auf Ebene des Gottesdienstraumes ein weiterer Gemeinderaum, dessen südliche Ausrichtung den Blick über den Schwarzwald schweifen lässt. Bei Bedarf kann dieser Raum dem sakralen Raum zugeschaltet werden.

